Luss Highland games July 2008

December 21, 2008

Ich weiss, uns gehoert auf die Finger geklopft. Lange, lange haben wir den Blog nicht wirklich gepflegt, hier aber ein Versuch wieder ein bisschen Informationen zu liefern.

Ein Nachtrag zu unserem Sommer. Zum erstenmal haben wir Highland games beigewohnt. Haben gluecklicherweise einen der schoensten Tage im Jahr erwischt, so heiss, dass wir uns in den Schatten setzen mussten.

Luss, ein kleines verschlafenes Oertchen, ca. 30 -45 min von Glasgow besteht hauptsachlich aus Rentnern. Jedoch einmal im Jahr veranstaltet der lokale Clan Highland Games (und macht damit auch gut Kohle)

Tossing the caber (Baumstammwerfen), Tug-of-war (Tauziehen), Strohballenwerfen, Dudelsackmusik, Highlanddance bis zum Highland race.
Das ist wiederum recht witzig und koennen nur die Schotten erfunden haben. Man nehme einen Huegel (oder Berg, da kann man sich streiten), ein paar wackere Schotten und eine Stopuhr. Tja, wer zuerst oben und wieder unten ist hat gewonnen. So einfach…

Das erinnert mich auch gleich an den Wahnsinn des Mountain Marathon. Wenn man wandern geht, kommen manchmal einem Leute rennend entgegend (zumindestens bergab).

Wie auch immer, hier ein paar Bilder von den Highlandgames und ein nettes Video. Der Highland dance ist ein traditioneller schottischer Tanz aehnlich dem Ballett.

 

Die ersten 14 Tage…

May 5, 2008

…der Freude, der Qual? Gute Frage, brain washed vielleicht. Schwer zu sagen.

Man stellt sich in dieser Zeit so einige Fragen zum Sinn des Lebens und weitere…

Wie zum Beispiel:

Gibt es eine Verschwoerung gegen mich, dass dieser kleine Bub mich immer anpinkeln muss?
Weiter, wie schafft man es im Liegen ueber seinen eigenen Kopf hinwegzupinkeln? (leider auf das Sofa)

Irgendwie reizt mich das schon mal auszuprobieren, naja, wuesste nicht wo, und vielleicht wird das hier zu verrueckt, aber ich denke, was waere schon eine Herausforderung fuer uns Maenner.

On demand mehr Bilder, auf Druck auch mal von Andac, damit die weiblichen Leser auch mal zufrieden sind und ich nicht mehr blackmail bekommeūüėČ

Wir haben heute unseren 3ten Ausflug hinter uns. Waren vorgestern bei Ikea und heute im Cafe. Mit dem Auswaerts Stillen sind die Schotten anscheinend ein bisschen sensibler. Nicht das es Probleme gibt. Es gibt sogar ein Gesetz, dass man in der Oeffentlichkeit Stillen darf. Das sagt doch schon alles…
Und in die Kneipe duerfen Kinder auch nicht, na so was, schaut ihn doch an nach 2 Bier.

Update: Stats

April 26, 2008

Hab ich ja ganz vergessen.

Geburt am 23. April zum Aergernis der Schotten (ist St. Georges Day, ein englischer Feiertag, und das moegen wir Schotten ja nicht so)

Uhrzeit: 14.12 Uhr, Labour time: 3 hr. Gewicht: 3.290 gr. Groesse: 49 cm. Augenfarbe blau, mit Kranzerl

keine zerquetsche Hand, keine Beleidigungen. Fuer Andac nach der Geburt nach 15 hr hungern, der beste Toast und Tee der Welt.

Ohrwaschel: Entweder von Andac oder meiner Mutter. Hoffentlich das einzig feminine. Sonst natuerlich ein Prachtkerl. Halt ah echter Hueber.

In trauter Dreisamkeit

April 26, 2008

Nun zu Hause, freue ich mich auf meine erste schlaflose Nacht.

Gestern hatte ich¬†einen guten Grund trinken zu gehen (die Schotten feiern das mit dem Vater waehrend die Mutter noch im Krankenhaus ist, hehe, “to wet the babys head”)

Und noch zwei Photos:

 

 

 

 

 

 

 

 

ist der Axel nicht suueesss !ūüėČ

Erik

April 24, 2008

Hey all,

Erik ist da, 23. April, 14.12 Uhr. Nach meiner Meinung easy Geburt, Andac sagt ,.. naja.

Hat sie gut gemacht, hier ein Bild, alle sind wohlauf.

Bis bald,

Axel

GoApe – Ueberwinde Deine Hoehenangst

September 1, 2007

“Wunderschoener Ausflug”, nach Aberfoyle, 1 h von Glasgow, Hoehenangst kuriert.¬†

Mit dabei: Andac, Karsten, Mark, Vicky, Darren, Ashley und Grace. Der Spass kostet: 25 £ /person, def. sein Geld wert.

Gut praepariert (hab mir mit Tesafilm die Hosen zugeklebt, damit es keine Sauerei gibt) ueber eine Zipline, eigentlich nichts anders wie ein duenneres Seil eines Skiliftes, in das GoApe Parcour Gebiet.

karsten-relaxed.jpg hier Karsten in Action!

Dort 5 Stationen abgeklappert, ueber Strickleitern zu Balanzieren auf duennen Planken und Seilen in 15 m Hoehe und Tarzanspruengen in ein Netz.

Vor 1 Jahr haette ich das niemandem geglaubt, dass ich das durchstehe. Geschafft.

bleich-davor.jpg     treehug3.jpg 

 in-den-wipfeln.jpg  so-klein-iss-er.jpg

Ein kleiner Film ueber die Zip-line (44sec):

http://www.youtube.com/watch?v=2exVYCjM2O8

Barbecue

July 30, 2007

Interessant. Wie stellt man sich einen Deutschen Grillmeister vor? Natuerlich mit einem Bier in der Hand zum Feuer loeschen. 

Der Kommentar der Schotten dazu: Warum Bier verschwenden wenns doch besser im eigenen Bauch ist (gar nicht so schlechtes Argument). 

Wenn einmal die Sonne scheint, (sagen wir besser, es regnet nicht) schaut das in Praxis dann so aus.
Ein in Oel triefendes Stueck Huehnerbrust wird ueber die heisse Glut gelegt, die erzeugte Stichflamme und das Nachbrennen sorgt ja dann fuer die richtige Hitze. Mir war nur nach loeschen, mehr Bier und loeschen.

Und noch eins drauf. Diese Kugelgrille mit dem Deckel zum abnehmen, hmm, ich dachte es waere zum indirekt Grillen oder Niedrigtemp. grillen gedacht. Nein, die Schotten wissens besser. Wofuer einen Deckel wenn nicht gegen den Regen…

Tja, Grillen ist anscheinend nicht so Ihre Staerke.      grill2.jpg

Ein Hoch auf die Deutsche Bratwurst.

Arbeit

July 9, 2007

Hier ein kleiner Eindruck, wie’s hier so in meiner Arbeit ausschaut. 6 Stockiges Gebaeude und auf jedem stockwerk ein Großraumlabor. Parallel dazu diverse Raeume mit Messinstrumenten und Bueros.
gbrc.jpg labfloor.jpg

Und hier meine ‚Äěbench‚Äú (mal halbwegs aufgeraeumtūüėČ

bench.jpg

Whisky nosing and tasting ‚Äď Dufftown

July 9, 2007

Diese Woche hatte es uns mal fuer 2 Tage Richtung Speyside verschlagen, da wir noch einen Gutschein fuer ein B&B und Whisky nosing and tasting (danke Roland und Sanne) hatten.
Zusammenfassend, 4 1/2 h dorthin gefahren, Whisky gerochen, getrunken, ins Bett gefallen und wieder 4 1/2 nach Hause.
Und die Highlights: Die Fahrt war spannend; der direkte Weg ins “middle of nowhere” fuehrte via eine einspurige Strasse mit einigen extra ausgeschilderten “passing places” weils relativ eng war. Da faehrt man dann auch mal 1 h ohne irgendein Leben ausser Schafe, Highland cows und Hasen zu sehen.
prasentation1.jpg
So, das Gebiet Speyside in den Grampian Highlands of Scotland hat 80 Destillerien und sonst ist der Hund begraben; ach ja, man kann in der Naehe skifahren, die lifte sahen aber eher beunruhigend aus.
Dufftown, ein vielleicht ~500 Seelennest, war ganz schnuckelig aber auch nicht mehr. Interestanterweise aber, ist die Glenfiddich Destillerie dort angesiedelt, was diesen Ort zu Touristenattraktion macht. dufftown-sign.jpg

– Whisky tasting and nosing –
4 whiskys von Glenfarclas (zuvor noch nie gehoert) zum riechen und probieren, mit eigentlich sehr guter Erklaerung eines Profis. Weiter waren da noch 2 Amis und der Rest die Einheimischen Whisky geniesser und Brauer.
Am Ende dann ein Nosing contest mit abgedunkelten Glaesern, ich hab natuerlich voll falsch gelegen und gluecklicherweise hat aber Andac die Flasche Whisky gewonnen. Guter Tropfen, frisch aus dem Fass ohne Verduennung, 63,5 % alc. Ordentliche Dosis !
whisky-winner1.jpg whisky-winner2.jpg

Auf der Rueckfahrt, hehe, waer haetts gedacht: In der Einoede auf einmal eine Schlange von Autos vor einer kleinen Bruecke.
Auf dieser war ein Bus aufgesessen und nach ein bisschen hin und her, alle Personen im “middle of nowhere” (mittlerweile 30) in den hinteren Teil des Busses um wieder ein bisschen Gewicht auf den Hinterreifen zu haben. Der Bus kam frei, mit ein bisschen Anlauf auch ueber die Bruecke und die hat nun ein Loch im Asphalt.
old-bridge.jpg stuck.jpg

“a wee dram whisky” auf Euer Wohl.

Nachtrag zu Pakistan

July 4, 2007

Jetzt schreibt hier mal die Andac

Also eigentlich weiss ja jeder, dass ich zum Gl√ľck wieder heil zur√ľck gekommen bin (nachdem ich sooooo Angst vor dem hatte, was mich wohl dort erwarten wird). Und im Nachhinein (wie so oft) bin ich sehr froh, dass ich diese M√∂glichkeit genutzt habe und mir auch einen Wunsch erf√ľllen konnte.
Es war totaaal verr√ľckt. Ich meine, mir sollte das Ganze nicht ganz so fremd sein wie manch anderen Menschen vielleicht, nachdem ich ja eine D√∂neresserin bin, aber so was….
Frauen sind da ja die “letzten” Wesen, die von M√§nnern wahrgenommen werden. Mir hat keiner in die Augen geschaut, keiner hat mir die Hand gegeben, keiner nach meiner Meinung gefragt. Mit keiner ist hier nat√ľrlich das m√§nnliche Geschlecht gemeint. Ich war wie Luft, woran man sich erst einmal gew√∂hnen muss.
Ausser einer, und der war der Sohn von dem Grossgrundbesitzer/ B√ľrgermeister in einem kleinen Ort, abgeschieden von der Menschheit, wo eigene Gesetze herrschen. Und dieser eine hatte geschielt, gelispelt und wollte mich in seinem Harem haben.
Die Situation dort hat sogar unseren pakistanischen √úbersetzern und dem Tobi (Medizinstudent aus dem 10. Semester, wusste sehr viel, hat sich sehr viel getraut und war der Gott dort f√ľr die M√§nner) sogar Angst eingejagt. Und die Toilette erst (das dreckigste schmuddeligste Plumpsklo auf der ganzen Welt…uaaaaaa).
Ich hatte sogar die Ehre (oder die Pflicht?) die Frau und die Tochter eines Auftragkillers zu untersuchen. Aber sie haben mich beruhigt; sie hatten ihm schon gesagt, dass er in ihrem Revier niemanden töten darf (ausser sie befehlen es ihm vielleicht ;)).
Aber das Alles mal nur nebenbei erwähnt. Wir haben viele Kinder, Frauen (ich) und Männer (Tobi, unter anderem mit Potenzproblemen) behandelt. Die Armen waren so arm, dass es einem richtig in der Seele weh getan hat.
Die Wohlhabenderen, kamen mit allen bereits durchgef√ľhrten medizinischen Testergebnissen, und wollten einfach nur schauen und eine zweite Meinung einholen. Pro Tag hat jeder von uns mind. 40 bis 100 Patienten am Tag gesehen in Zimmern ohne Strom und Licht, ohne fliessend Wasser, ohne Heizung (es war echt kalt), mit zwanzig Frauen vor der T√ľr die alle zuschauen wollten, und deshalb auch nicht gegangen sind. Danach war man total gepl√§ttet.
Das Schlimmste f√ľr mich pers√∂nlich war, zwei bis drei Wochen alte, kranke S√§uglinge zu sehen, die halb nackig waren, keine Windeln anhatten und sich nat√ľrlich eingen√§sst haben und so den ganzen Tag herumgetragen worden sind. Total verdreckt… und wenn die Kinder irgendwo Wunden hatten, haben sie sie zum Medizinmann in der Ortschaft gebracht und haben eine mit Gebeten besprochene Henna-Paste auf die Wunde schmieren lassen. Wie die Bazillen sich unter dieser Masse vermehrt und der Eiter sich gesammelt hat muss ich wohl nicht erw√§hnen. Es war unglauuuuuuuuuuuuuuublich (Schreikrampf), weil wir das arme Kind ja dann festhalten mussten, diese Kruste wegmachen (tut ja gar nicht weh) und die Wunde s√§ubern. Zum Gl√ľck gibt es Antibiotikum!!!
Erfreulicherweise ging es allen besser.
Nur eine Oma konnten wir nicht √ľberzeugen. Ihr Enkel hatte sich das Handgelenk gebrochen, der Knochenheiler hatte eine Currypaste draufgeschmiert und mit Karton eingebunden. Das Ganze hatte er so gut gemacht, das die Durchblutung der Hand fast g√§nzlich abgeschn√ľrt war, und die Hand ballonartig angeschwollen war. Ganz abgesehen von der Tatsache dass der Bruch schon falsch zusammenheilte und er die Hand nicht mehr drehen konnte. Wir haben versucht sie zu √ľberzeugen, dass er ins Krankenhaus muss weil er sonst zum Kr√ľppel wird, dass alle Kosten √ľbernommen werden usw. Tja sie sind einfach verschwunden und nicht mehr wiedergekommen. Da steht man dann, total fassungslos, aber gut.
Die Menschen sind so arm und ungebildet, dass Hygiene ein Fremdwort ist. Aber Asif (der Organisator dort), seine Frau und seine Freunde werden dem hoffentlich langsam aber sicher Abhilfe schaffen.
Das sind echt bewundernswerte selbstlose Menschen. Die waren f√ľr vier bis f√ľnf Jahre in Amerika (mit einem christlichen Projekt), kamen dann nach Pakistan zur√ľck, im Ungewissen dar√ľber ob sie wieder dort leben wollen oder nicht. Und dann kam das Erdbeben, woraufhin sie beschlossen haben dort zu bleiben und den Menschen zu helfen. In Balakoth sieht man immernoch die Spuren des Erdbebens. Eingest√ľrzte H√§user, Risse in der Strasse, Menschen die in Zelten leben.
Zwei Kinder haben mit eigenen Augen mit anschauen m√ľssen, wie mit einem Erdbebensto√ü die Erde aufriss und ihre Eltern (die auf dem Feld arbeiteten) reinfielen, und dann mit einem zweiten Sto√ü sich die Erde wieder verschloss. Wie man sowas wohl verarbeiten soll. Da fehlen einem einfach die Worte…
Kurz nach dem Erdbeben kam noch eine Flut…
Ein wunderschönes Land, sehr nette Menschen (man darf halt keine Frau sein, kleiner Scherz am Rande) und viel Armut.
Asif und seine Familie (vier Kinder) waren sooo s√ľ√ü, ich habe mich dort sehr wohl gef√ľhlt.
Resumee: wenn nur einem einzigen Menschen damit geholfen wurde, war es die Zeit, die Angst und die Strapazen tausendfach wert.
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